Pulsmessung am Heimtrainer verstehen
Viele Heimtrainer zeigen während des Trainings einen Pulswert an. Wir erklären, wie die gängigen Messverfahren technisch funktionieren und worin sie sich unterscheiden.
Zwei verbreitete Messverfahren am Heimtrainer
Die meisten Heimtrainer und Ergometer mit Pulsanzeige nutzen eines von zwei Verfahren: Handpulssensoren, die direkt in die Griffe integriert sind, oder einen separaten Brustgurt, der die Herzfrequenz über den Brustkorb erfasst und die Daten drahtlos an den Trainingscomputer überträgt. Beide Verfahren haben unterschiedliche Stärken und eignen sich für unterschiedliche Ansprüche an die Messgenauigkeit.
Wie Handpulssensoren funktionieren
Handpulssensoren an den Griffen erfassen kleine elektrische Signale, die beim Kontakt der Handflächen mit den Metallflächen der Griffe entstehen. Damit eine Messung überhaupt zustande kommt, müssen beide Hände die Sensorflächen ruhig und mit ausreichendem Kontakt umschließen – bewegt man die Hände während der Messung stark oder greift nur locker, kann das Signal schwanken oder ganz ausbleiben. Auch trockene Hände oder starkes Schwitzen können die Kontaktqualität beeinflussen. Ein Modell wie das SportPlus Heimtrainer SP-HT-1004-iE ist mit einer solchen integrierten Pulsmessung an den Griffen ausgestattet.
Wie ein Brustgurt die Herzfrequenz erfasst
Ein Brustgurt liegt direkt auf der Haut unterhalb der Brust und misst die elektrische Aktivität des Herzens ähnlich wie ein EKG – deutlich näher an der eigentlichen Signalquelle als ein Sensor an der Hand. Die erfassten Werte werden per Funkstandard wie Bluetooth oder ANT+ an einen kompatiblen Trainingscomputer, ein Smartphone oder eine Sportuhr übertragen. Da der Kontakt zur Haut während der gesamten Trainingseinheit bestehen bleibt, liefert diese Methode in der Regel eine gleichmäßigere Erfassung als ein Sensor, der nur bei Handkontakt misst.
Vor- und Nachteile im direkten Vergleich
Handpulssensoren an den Griffen sind bequem, weil kein zusätzliches Zubehör nötig ist – dafür liefern sie nur während des direkten, ruhigen Handkontakts eine Messung und reagieren empfindlicher auf Bewegung. Ein Brustgurt erfordert das zusätzliche Anlegen vor dem Training, ermöglicht dafür aber eine durchgehende Erfassung auch bei Bewegungen der Hände, etwa beim Wechsel der Griffposition oder beim Abstützen.
Wofür die Pulsanzeige im Training gedacht ist
Die Pulsanzeige am Heimtrainer dient in erster Linie als grobe Orientierung dafür, wie stark der Körper aktuell beansprucht wird, und kann helfen, die Intensität über eine Trainingseinheit hinweg bewusster zu steuern. Sie ist jedoch ein technisches Hilfsmittel für den Hausgebrauch und kein medizinisches Diagnosegerät. Individuelle Belastungsgrenzen und persönliche Herzfrequenzbereiche sollten Sie, insbesondere bei gesundheitlichen Vorerkrankungen, gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt festlegen.
Störfaktoren, die die Messung beeinflussen können
Sowohl Hand- als auch Brustgurtmessung können durch äußere Faktoren beeinflusst werden: kalte Hände verschlechtern die elektrische Leitfähigkeit an den Griffen, ein zu locker sitzender oder trockener Brustgurt kann ebenfalls zu unregelmäßigen Werten führen. Ein enger, aber nicht einschnürender Sitz des Brustgurts sowie leicht angefeuchtete Kontaktflächen verbessern die Signalqualität in der Regel spürbar.
Kurz zusammengefasst
Handpulssensoren an den Griffen sind eine unkomplizierte Einstiegslösung für eine grobe Orientierung, während ein Brustgurt eine gleichmäßigere Erfassung über die gesamte Trainingseinheit hinweg ermöglicht. Für welches Verfahren Sie sich entscheiden, hängt von Ihrem Anspruch an die Messgenauigkeit und Ihrer Bereitschaft ab, zusätzliches Zubehör zu tragen. Wer gerade erst mit dem Training beginnt, findet grundlegende Hinweise in unserem Ratgeber Trainingsplan für Einsteiger, weiteres Zubehör rund um Pulsmesser in unserer Kategorie Zubehör & Matten.